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Themen auf dieser Seite:

Botanische Informationen---Blüte---Frucht---Vermehrung---Winterhärte---Blattfall

Allgemeine Informationen zu Citrus

Botanische Informationen

Die Citrusgewächse gehören zu der Familie der Rutaceae( Rautengewächse ), und diese wieder zur Ordnung der Terebinthales. Dabei handelt es sich um Holzpflanzen, die in vielen Pflanzenteilen Sekretbehälter besitzen, in denen sie Öle und Harze bilden. Dadurch sind viele als Heil und Nutzpflanzen bekannt.

Die Rutaceae, deren wichtigste Gruppe die Citruspflanzen sind , zeichnen sich durch starken Ölgehalt aus. Man erkennt z. B. bei vielen schon an den Blättern die Sekretbehälter als helle Punkte. Beim Diptam ( Dictamnus albus ) werden sie bei warmem Wetter in solchen Mengen ausgeschieden, dass sie sich bei Luftruhe entzünden lassen. So vermutet man beispielsweise dahinter auch die Erklärung für den in der Bibel vorkommenden brennenden Busch!

Blüte

Die Blüte ist radiärsymmetrisch ( Ausnahme: Diptam ) . Im Normalfall enthalten sie 5 Blütenblätter, aber auch 4- 7 sind möglich. Ein Phänomen, das ich im Zusammenhang mit der Blütenbildung bei meinen Citruspflanzen häufig beobachte, ist folgendes :

Häufig treten , besonders bei Zitronen, neben normal zwittrigen Blüten mit Staubblättern und Stempel auch rein männliche Blüten auf, die nur Staubblätter haben. Meine Citrus medica "Etrog" hat fast zwei Jahre lang drinnen wie draußen nur männliche Blüten hervorgebracht, bevor sie im letzten Jahr zum ersten Mal auch zwittrige Blüten hervorgebracht hat und auch die ersten zwei Früchte angesetzt hat. Dieses Phänomen, dass neben männlichen auch zwittrige Blüten in unterschiedliche Verteilung auf einer Pflanze vorkommen und das es auch bei anderen Pflanzen gibt, bezeichnet man als Polygamie. Zur Zeit bin ich auf der Suche nach den Gründen für dieses Verhalten und den Faktoren, durch die es bestimmt wird ! Für entsprechende Hinweise wäre ich sehr dankbar !

Frucht

Die Früchte sind Beeren, die außen von einer derben, mit vielen Ölbehältern versehenen Schale abgeschlossen sind. Zwischen der äußeren Schale und dem segmentierten Fruchtgewebe liegt noch eine weiße, sehr weiche Zwischenschicht. Die Samen, die in sehr unterschiedlicher Anzahl je nach Sorte und Art vorhanden sein könne, liegen im Inneren der Fruchtsegmente, die aus vielen Saftschläuchen bestehen. .

Vermehrung

Die Vermehrung der Citrusgewächse ist auf drei Wegen möglich.

1. durch Stecklinge. Stecklingsvermehrte Pflanzen sind meist weniger standfest und auch kälteempfindlicher.

2. durch Veredlung. Hierbei wird insbesondere auf Poncirus veredelt.

3. Durch Samen

Zu den einzelnen Techniken möchte ich hier nicht ausführlich eingehen. Wer dazu nähere Informationen sucht : siehe z. B. Citrus Online Buch von S. Reichel in der Linkliste.

Stattdessen möchte ich hier noch auf eine Besonderheit eingehen bei der Vermehrung durch Samen. Wie ich im Kapitel Fortpflanzung und Vermehrung bei Oleander bereits ausgeführt habe, ist normalerweise eine sortenechte Vermehrung über Samen nicht möglich, weil die Neukombination von Erbanlagen bei der geschlechtlichen Fortpflanzung immer wieder was Neues hervorbringt. Das ist ja eben auch der Riesenvorteil, den die "Erfindung" der Sexualität in der Evolution der Organismen gebracht hat. Bei den Citrusgewächsen gibt es diesbezüglich jedoch eine Besonderheit, die von dieser Regel abweicht.

Wer schon einmal versucht hat, aus Kernen Pflanzen heranzuziehen, wird es vielleicht erlebt haben, dass aus einem Samenkorn gleich mehrere Keimlinge hervorgekommen sind. Dieses Phänomen bezeichnet man als Polyembryonie. Sie ist insofern eine Besonderheit, als diese Mehrfachembryonen tatsächlich identisch mit der Mutterpflanze sind. Sie entstehen nämlich nicht aus der befruchteten Eizelle, sondern aus dem Nährgewebe im Fruchtknoten ( Nucellus) , das die Eizelle umgibt und heißen deshalb auch nucellare Keimlinge. Meistens verdrängen diese den Embryo, der aus der befruchteten Eizelle hervorgeht, manchmal ist der aber auch mit dabei. In dem Fall sind dann sowohl mit der Mutterpflanze identische Sämlinge, die nucellaren Keimlinge, als auch ein davon verschiedener Sämling vorhanden.  

 Winterhärte

Hier lässt sich keine generelle Angabe für Citrus machen, da die Kältetoleranz für die einzelnen Sorten und Arten doch sehr unterschiedlich ist. Sie reicht von Pflanzen die keinen Frost vertragen ( Limette, Zitronatzitronen ) über solche, die geringen Frost bis ca - 5 °C vertragen können ( wie z. B. Zitronen, Orangen, Grapefruits, Mandarinen ) bis hin zu extrem frostverträglichen Pflanzen ( Poncirus, Citrangen , Citromelo : siehe auch Beschreibung von Poncirus trifoliata und ihren Hybriden).

Zu den Konsequenzen aus der unterschiedlichen Winterhärte für die Überwinterung siehe Pflegehinweise Überwinterung!

 Blattfall bei Citrus

Citrusgewächse gehören zu den immergrünen Pflanzen. Einzige Ausnahme bilden hier die Poncirus, die regelmäßig im Winter die Blätter verlieren. Um aber gleich einem weit verbreiteten Irrtum vorzubeugen: Immergrün bedeutet nicht, dass sie immer und ewig die gleichen Blätter behalten. Auch bei Citrus hat jedes einzelne Blatt nur eine begrenzte Lebensdauer und die Blätter werden laufend ergänzt. Dies erfolgt meist so, dass wirklich nur einzelne Blätter ergänzt werden, manchmal aber auch so, dass gleichzeitig viele Blätter abgeworfen werden. Danach erfolgt dann meistens wieder ein stärkerer Neuaustrieb.

Schaut man sich Pflanzenforen an, findet man immer wieder Anfragen oder manchmal auch Hilferufe, weil das Citrusbäumchen im Herbst oder Frühjahr Blätter verliert. Natürlich erschrecken unerfahrene Pflanzenliebhaber dann meistens und befürchten irgendwelche schlimmen Gründe. Sicherlich gibt es auch tausend schlimme Möglichkeiten dafür .
Meine Erfahrung aus nunmehr mehr als 30 Jahren Citrushaltung ist aber, dass für diese Angst in den meisten Fällen kein Anlass besteht.

1. Diesen Blattfall beobachte ich bei fast allen meinen Citruspflanzen regelmäßig , wenn ich die Pflanzen im Frühjahr nach draußen stelle, oder sie im Herbst wieder einräume. Das ist mal stärker, mal schwächer, mal reagiert der eine stärker als der andere, dann ist es umgekehrt.
2. Der Blattfall erfolgt manchmal auch ohne großartige Veränderungen spontan und ohne erkennbare Ursachen. Ich habe zur Zeit ( Februar 2000) drei Zitronenbäume, zwei davon sind von der gleichen Sorte. Von den drei Bäumen stehen zwei zum jetzigen Zeitpunkt im Wintergarten, der dritte aus Platzgründen im Gewächshaus. Einer im Wintergarten ist zur Zeit völlig kahl, der andere hat kaum Blätter verloren und steht in voller Blüte. Es versteht sich von selbst, dass beide gleich behandelt wurden und auch ansonsten gleichen Bedingungen ausgesetzt sind.
Der dritte, der im Gewächshaus mindestens 10 °C kühler steht als die beiden anderen, hat kein einziges Blatt verloren, blüht aber natürlich auch nicht.

Das gleiche Phänomen beobachte ich im Übrigen auch bei meinen Oliven.

Fazit :

- Blattfall ist in den meisten Fällen harmlos.
- Meistens reagieren die Pflanzen danach sogar mit einem kräftigen Neuaustrieb.
- Eingegangen ist mir in mehr als 30 Jahren bisher noch nie einer nach diesem Blattfall.

 

Citrus-Kinderstube 1997

v.l.n.r.: Citrus “Verna”, Buddhas Hand, Cedrat corse; Citrus micrantha, Microcitrus australasica oder australis

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