Giftigkeit von Oleander

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1. Allgemeines---2. Aufnahme--- 3. Wirkstoffe --- 4. Symptome der Vergiftung ---5. Verwendung ---

6. Oleander und Kinder

 

1. Allgemeines

Oleander gehört zur Familie der Apocynaceae. Der deutsche Name " Hundsgiftgewächse " deutet bereits auf die giftige Wirkung hin. Es sind meist tropische Holzpflanzen. Neben dem Oleander sind die afrikanischen Strophantus-Arten eine weitere bedeutsame Gruppe von Giftpflanzen aus dieser Familie. Aus ihnen erfolgt die Gewinnung des Herz- und Pfeilgiftes Strophantin. Die ebenfalls afrikanischen Gattungen Funtumia und Landolphia dienen der Kautschukgewinnung. Die einzige einheimische Pflanze dieser Familie ist das Immergrün ( Vinca minor )

Oleander ist in allen Teilen giftig. Die Giftwirkung ist schon seit dem Altertum bekannt und wird bereits von Schriftstellern in der Antike beschrieben. Obwohl Oleander von Tieren ( eine Ausnahme ist die Raupe des Oleanderschwärmers )nicht gefressen wird, sind einige Vergiftungsfälle bekannt geworden, die in der Hauptsache auf Unglücksfälle zurückzuführen sind. So z. B. dadurch, dass Blätter zufällig in Frischfutter oder Heu von Nutztieren geraten sind und dadurch zusammen mit dem normalen Futter aufgenommen wurden. Aus den dabei aufgenommen Mengen, die für die Tiere tödlich waren, kann man schließen, dass die tödliche Dosis für Menschen bei wenigen Blättern liegen dürfte.

Pagen ( siehe Literaturliste ) beschreibt in seinem Buch auch einige Fälle von tödlicher Vergiftung bei Menschen. In einem Fall war das bei Soldaten, die Fleisch über einem Feuer geröstet haben, das mit Oleanderholz gemacht wurde. In einem anderen Fall traten Vergiftung bei Kindern auf, die Fleisch auf entrindete Oleanderholzspieße gesteckt hatten.

2. Aufnahme

 

Das Gift kann sowohl oral aufgenommen werden, als auch über die Haut. Insbesondere bei längerem Hautkontakt mit dem Saft, der an der Luft gerinnt und zu einer gummiartigen klebrigen Masse ähnlich dem Milchsaft von Gummibäumen wird, ist eine Aufnahme über die Haut oder über Schleimhäute oder über Wunden möglich. Aus meinem persönlichen langjährigen und intensiven Umgang mit Oleander kann ich jedoch sagen, dass ich diesen Weg der Aufnahme für bedeutend weniger gefährlich erachte, als gemeinhin angegeben wird.

3. Wirkstoffe

 

Bei den als Giftstoffen wirksamen Verbindungen, die in einer Vielzahl im Oleander vorhanden sind, handelt es sich z. B. auch um Substanzen , die unter dem Begriff Herzglycoside zusammengefasst werden.. Unter Glycosiden versteht man ganz allgemein Stoffe, die sowohl einen Zuckerbestandteil, als auch ein sogenanntes Aglycon enthalten, d. h. einen Nichtzuckeranteil, der sehr unterschiedlich gebaut sein kann.

Viele Pflanzeninhaltsstoffe kommen als Glycoside vor. Da es sehr verschiedene Aglycone gibt, die häufig an ihrem Grundgerüst noch unterschiedliche Substituenten tragen können, und jede dieser Varianten wiederum mit verschiedenen Zuckern verbunden sein kann, wird verständlich, dass die Anzahl der Verbindungen extrem hoch ist. Der Name Herzglycoside deutet auf die Wirkung hin.

( siehe Symptome ).

4. Symptome der Vergiftung

 

Die Symptome einer Vergiftung können sehr vielfältig sein. Wie im Abschnitt Wirkstoffe erwähnt, sind sehr viele Herzglycoside enthalten, wie sie z. B. auch im Fingerhut ( Digitalis ) enthalten sind. Infolgedessen betrifft die Giftwirkung auch im Wesentlichen Herz- und Kreislauf.

Als Symptome treten auf : Schwindel, Fieber, Erbrechen, blutigerDurchfall, Herzrhythmusstörungen, Lähmungserscheinungen und im schlimmsten Fall ToddurchHerzversagen.

5. Verwendung

 

 Oleander fand sowohl als Pfeilgift Verwendung als auch im klinischen Bereich. Allerdings ist das heute wohl nicht mehr der Fall, da es wohl inzwischen andere Mittel und bessere Mittel gibt.

Auch als Mittel zum Selbstmord und zur Abtreibung wurde Oleander verwendet.

6. Oleander und Kinder

 

Ich erlebe es immer wieder, dass Bekannte mit kleinen Kindern sich keinen Oleander anschaffen wollen, weil sie Unfälle mit Kindern befürchten. Häufig ist es aber der Fall, dass sich bei näherem Hinschauen in den Gärten eine Fülle von anderen Pflanzen findet, die in ihrer Giftigkeit auch nicht zu unterschätzen sind, wie z. B. Maiglöckchen, Fingerhut, Eisenhut, Narzissen, ja selbst grüne Bohnen sind im ungekochten Zustand giftig. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass zwar die Giftigkeit des Oleanders bekannt ist, dass die Betreffenden aber von den anderen Pflanzen die Giftwirkung nicht kennen.

Meiner Ansicht nach hilft nur, den Kindern von Anfang an beizubringen, dass sie nichts aus dem Garten zu sich nehmen dürfen ohne dass es von Eltern oder anderen Erwachsenen erlaubt wird. Das Verbot muss dann natürlich auch auf Früchte ausgeweitet werden.

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