Pflege von Oleander

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1.Allgemeine Ansprüche --- 2. Boden --- 3. Bewässerung --- 4. Düngung --- 5. Pflanzgefäße --- 6- Schnitt ---7. Vergilben8. Überwinterung

1. Allgemeine Ansprüche

Als mediterranePflanze ist Oleander natürlich wärmeliebend. Der wärmste zur Verfügung stehende Platz ist gerade recht. Hervorragend geeignet sind Standorte vor einer Hauswand oder Mauer in Richtung Süden oder Südwesten. Dadurch profitieren die Pflanzen in der Nacht noch von der Abstrahlung der aufgeheizten Steine. Insbesondere im Frühjahr, wo die Nächte immer noch sehr kühl sein können, wirkt sich das positiv aus.

Günstig ist natürlich auch, wenn ein Gewächshaus zur Überwinterung zur Verfügung steht. Ohne Gewächshaus hatte ich früher selten vor Juli Blüten. Seit ich die Pflanzen im Gewächshaus überwintere und auch sehr lange im Frühjahr noch dort lasse, habe ich schon Anfang Mai die ersten Blüten.

Natürlich sind auch verschiedene Sorten noch einmal unterschiedlich in ihren Wärmeansprüchen. Insbesondere die gelb-einfachen Sorten gelten als heikel. Oleander haben sich auch trotz langer Pflege in nordeuropäischen Gefilden noch nicht im mindesten auf kühlere Sommer umgestellt. Das heißt : Ist der Sommer warm, hat man auch einen entsprechenden Blütenflor ( z. B. 1999 ). Der kühle und verregnete Sommer 1998 dagegen war ein ausgesprochen schlechtes Oleanderjahr.

Auch lange Regenperioden im Sommer wirken sich negativ aus. Sie haben außerdem auch noch die unangenehme Folge der Zunahme von Erkrankungen ( siehe Schädlinge und Erkrankungen ). Besonders doppelte und gefüllte Sorten sind hierin besonders gefährdet, weil sie im Gegensatz zu einfachen Sorten eine sehr unangenehme Eigenschaft haben: Die Blüten fallen nach dem Abblühen nicht von der Pflanze ab, sondern bleiben zum großen Teil hängen. Diese vertrockneten Blütenreste ziehen bei Regenperioden Pilzerkrankungen fast magisch an. Häufigeres Abzupfen ist eine lästige, aber durchaus sinnvolle Pflegemaßnahme.

 2. Boden

Was die Bodenansprüche betrifft, wird meiner Ansicht nach im allgemeinen bei Pflanzen und auch bei Oleander eigentlich zu viel Wind gemacht. So stelle ich z. B. immer wieder fest, dass im Handel erhältliche Pflanzen in reinem Torfmull oder Blumenerde in den Handel kommen und eigentlich nicht schlechter gedeihen als die in anderen Erden auch. Mit einer ausgewogenen Mischung liegt man nach meiner Erfahrung immer richtig.

Diese Mischung sieht bei mir so aus :

Gartenerde, die bei mir etwas lehmig ist, Komposterde sowie ein geringerer Teil Torfmull oder Blumenerde und Sand zur Auflockerung. Die Mengenverhältnisse schwanken bei mir auch von Jahr zu Jahr und von Ansatz zu Ansatz. Im Übrigen sitzen bei mir alle Kübel- und Topfpflanzen in dieser Mischung. Bei ca 220 großen Töpfen und Kübeln wäre es mir einfach zu aufwendig, jedem einzelnen Pflegling seine Spezialmischung zu komponieren.

An ihrem natürlichen Standorten kommen Oleander häufig in kalkhaltigen Böden vor. Ein Kalkzusatz wirkt sich deshalb ebenfalls günstig aus.

3. Bewässerung

Wegen ihrer Kalkliebe sollen Oleander auch mit Leitungswasser gegossen werden und nicht mit Regenwasser. Allerdings habe ich mich daran noch nie gehalten. So lange ich Oleander pflege, und das sind schon mehr als 20 Jahre, habe ich immer nur mit Regenwasser gegossen. Allerdings streue ich in jedem Jahr ein- bis zwei Mal eine Handvoll kohlensauren Kalk ( Calciumcarbonat ) auf die Erde.

Es ist ein Irrglaube, anzunehmen, dass Oleander als typisch südländische Pflanzen auch Trockenheit gut vertragen könnten. Im Gegenteil, auch an ihren natürlichen Standorten haben Oleander einen hohenWasserbedarf. Häufig kommen sie daher als Uferpflanzen an Wasserläufen vor oder haben Anschluss an Grundwasser. Im Gegensatz zu anderen Kübelpflanzen mögen Oleander aus diesem Grund auch ein FußbadimUntersetzer. Ich gieße meine Pflanzen deshalb immer so lange, bis der Untersetzer überläuft und gieße wieder, wenn der Untersetzer leer ist.  

4. Düngung

Während der Wachstumsperiode im Frühjahr und Sommer ist eine regelmäßigeDüngergabe notwendig. Dazu eignen sich nach meiner Erfahrung alle Volldünger, auch in flüssiger Form. Häufiger wechsle ich die Dünger und streue auch ab und zu etwas Blaukorn auf die Erde. Blaukorn hat den Vorteil, dass es sich nach und nach auflöst und somit der Pflanze über einen gestreckten Zeitraum zugeführt wird !

5. Pflanzgefäße

Als Pflanzgefäße eignen sich alle Kübel. Ob Terrakotta oder Keramik,Holz oder Kunststoff ist eher eine Frage der Ästhetik und des Geldbeutels als der Verträglichkeit für die Pflanzen. Ich habe z. B. gute Erfahrungen mit Baueimern aus Gummi gemacht, die man in allen Baumärkten sehr preiswert kaufen kann. Es gibt sie in Größen ab 12 bis 18 oder 20 Liter. Sie haben auch den Vorteil, dass man sie wegen des geringen Gewichts und des Henkels leicht transportieren kann. Da ich meine Pflanzen immer in Gruppen zusammenstelle, ist von den Gefäßen kaum was zu sehen, so dass der Anblick der Eimer kaum stört

6. Schnitt

Das ist der Punkt, der offenbar den meisten Oleanderfreunden, vor allem wenn es sich um Anfänger handelt, die meisten Bauchschmerzen bereitet, wie ich an entsprechenden Fragen feststellen kann ( siehe Seite Fragen) . Dabei kann man hierbei bei Oleander eigentlich wenig falsch machen. Oleander kann man notfalls bis auf Stummel von 5 - 10 cm Länge zurückschneiden. Aber auch in jeder anderen Höhe kann man schneiden.

Detailfragen :

Wann kann man schneiden ?

Das ganze Jahr über. Ich bevorzuge den Schnitt im Frühjahr oder Sommer, weil dann die Infektionsgefahr geringer ist.

Wann soll bzw. muss man schneiden ?

Dann, wenn die Pflanze es optisch erfordert. Z. B. wenn einzelne Triebe den Gesamteindruck stören. Ein weiterer Grund ist der Rückschnitt bei Verkahlung. Weiße und gelbe Sorten bilden in der Regel von unten her immer wieder genügend Neutriebe, so dass die Pflanze nicht verkahlt. Bei roten und manchen rosa Sorten kann man das nur verhindern, indem man sie ab und zu kräftig zurückschneidet und so zum seitlichen Austrieb zwingt.

Bekomme ich nach dem Schnitt noch Blüten ?

Kommt drauf an, wie tief man zurückschneidet und wann im Jahr. Je früher man schneidet und je höher, desto eher besteht die Chance noch im gleichen Jahr wieder Blüten zu bekommen.

Empfehlung !

Wenn man nur ein Exemplar einer Sorte hat, und nicht ein Jahr auf den Blütenflor verzichten will, sollte man folgende Methode wählen :

Nur ein Viertel, ein Drittel oder die Hälfte der Triebe zurückschneiden, die anderen belassen. So kann man, je nach Geduld in 4, 3 oder 2 Jahren die Pflanze neu aufbauen.

Die Notwendigkeit des Schneidens ergibt sich häufig auch dadurch, dass Oleander zum Verkahlen neigen, das eine Folge des Vergilbens der Blätter ist. 

 

7. Das Vergilben von Oleander

Es ist die häufigste Frage, die mir gestellt wird : Weshalb bekommt mein Oleander gelbe Blätter, die dann abfallen ?

    Es handelt sich dabei um das so genannte Vergilben, das zwar unschön ist aber dennoch normal. Oleander gehört zwar zu den immergrünen Gewächsen, aber das heißt ja nur, dass er immer grüne Blätter besitzt. Es heißt aber nicht, dass das immer die gleichen Blätter bleiben. Und so wie auch Tannen und Fichten regelmäßig einen Teil ihrer alten Nadeln abwerfen ( siehe Waldboden ! ), ut das auch der Oleander. So werden die Nährstoffe aus den alten Blättern abgezogen, das Blatt wird nicht mehr versorgt, wird gelb und fällt ab. Da das immer mit den ältesten Blättern zuerst geschieht, führt das im Laufe der Jahre zu dem unschönen Verkahlen des Oleanders von unten herauf. Es lässt sich leider nicht vermeiden. Umgehen kann man es nur, indem man ständig Verjüngungsschnitte durchführt. Hinweise siehe oben ! Die Abbildung zeigt solche Blätter in verschiedenen Vergilbungsstadien !

8. Überwinterung

Grundsätzlich gilt hier : Die ideale Überwinterung ist kühl und hell. Ein helles Treppenhaus ist besser als der dunkle Keller. Aber notfalls ist ein dunkler, aber kühler Keller noch besser als ein dunkler warmer Raum.

Anders formuliert : je dunkler der Raum ist, desto kühler sollte er auch sein. In helleren Räumen kann auch die Temperatur entsprechend höher sein.

Oleander vertragen auch begrenzt Frost. Temperaturen von -5 °C über mehrere Tage sollten kein Problem sein.

Der ideale Überwinterungsort ist aber ein Gewächshaus, das gerade um oder knapp über 0°C gehalten wird. Wichtig ist aber auch eine ausreichende Lüftung. Kühle, stehende Luft mit hoher Luftfeuchtigkeit fördert die Verbreitung von Infektionen. ( siehe Seiten: Schädlinge und Krankheiten )

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